Wenn es an den Geldbeutel geht, wird die Diskussion schnell emotional. Doch warum reagieren so viele besonders heftig, wenn sie etwas abgeben sollen? Das Phänomen der „Verlustaversion“ haben Wissenschaftler:innen in fast allen Kulturen gefunden. Eine Spurensuche.
Wenn es um Gerechtigkeit und Steuern geht, wird der Streit meist hitzig. Für die Erbschaftssteuer gibt es schon jetzt hohe Freibeträge. Deshalb trifft sie nur wenige. Trotzdem wollen viele nicht, dass Erbschaften höher besteuert werden. Auch bei der Vermögenssteuer gehen die Meinungen auseinander. Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler:innen vermuten, dass dahinter auch die sogenannte Verlustaversion steckt. Die meisten Menschen schmerzt ein Verlust von zum Beispiel 100 Euro deutlich mehr, als wenn sie einen Gewinn in gleicher Höhe verpassen. Es ist schwerer, etwas abzugeben, als etwas von gleichem Wert nicht zu bekommen. Auf Leistung berufen sich alle. Doch was ist das genau? Wer verdient wirklich, was er oder sie verdient?
Robert B. Fishman ist dem Phänomen für die Deutschlandfunk- Systemfragen im Deutschlandfunk auf den Grund gegangen: